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Döbritzer Heide

Vom Übungsplatz zum Schutzgebiet

Fotos/Text: Holger Nitsche

Döbritzer Heide

Der ehemalige Truppenübungsplatz Döberitzer Heide, größtenteils ein Schutzgebiet von europäischem Rang, liegt westlich von Berlin zwischen den Orten Elstal, Dallgow, Groß Glienicke und Fahrland. Rund 100 Jahre diente das etwa 4000 ha umfassende Terrain dem Militär als Übungsgelände: Anfangs unter dem Oberbefehl von Kaiser Wilhelm II , zuletzt, bis 1992, probten hier die Truppen der Sowjetarmee den Ernstfall. Dieser Art der Nutzung ist es zu verdanken, dass ein Naturparadies erhalten blieb, welches in seiner Vielfältigkeit und Unzerschnittenheit, so nur noch selten zu finden ist.

Döbritzer Heide

Naturnahe Wälder, bestehend aus Eichen, Birken und Ulmen sowie vielen anderen Baumarten, offene Heideflächen, Vorwälder, Moore und kleine Seen bilden ein buntes Mosaik unterschiedlicher Biotope. Das alles zieht eine ebenso einzigartige Tierwelt an, die jedem Naturinteressierten das Herz ein wenig schneller schlagen lässt. Hier lebt vom Großen Schillerfalter bis zum Fischotter manches Tier, was andernorts schon lange die Segel gestrichen hat, u. a. auch die Rotbauchunke, der Wiedehopf und die Nachtschwalbe. Einige dieser Arten sind auf die nährstoffarmen Offenlandflächen angewiesen, die nach dem Ende der militärischen Nutzung zunehmend verbuschen, was das Artenspektrum in Zukunft auch stärker beeinflussen wird. Die Weidehaltung von Heidschnucken und Gallowayrindern soll diesen Verbuschungsprozess ein wenig verzögern.

Döbritzer Heide

Das hochgradig munitionsverseuchte Gebiet sollte nur auf markierten Wanderwegen durchstreift werden, alles andere wäre lebensgefährlich. Allein die Räumung von neuneinhalb Kilometer Wanderwegen brachte tausende von Granaten, Raketen und Brandbomben zutage. Das Gebiet kann von mehreren Eingängen aus erwandert werden. Parkplätze stehen u.a. am Havelpark in Dallgow-Döberitz und am Eingang Elstal bzw. Priort zur Verfügung. Auch per Bahn ist die Döberitzer Heide bequem erreichbar ( Linie RE 4, Berlin-Stadtbahn - Rathenow). Von den Haltepunkten in Dallgow-Döberitz und Priort (umsteigen in Wustermark) aus, erreicht man die jeweiligen Parkeingänge nach jeweils etwa 1,5 km Fußmarsch.

Döbritzer Heide

Während die Anmarschwege gut ausgeschildert sind, sollte man sich für eine Tour die entsprechende Karte besorgen, da häufige Richtungsänderungen und eine teils lückenhafte Beschilderung innerhalb des Gebietes die Orientierung erschweren. Zu empfehlen sind die Kompass Wander- und Radtourenkarte "Havelland" im Maßstab 1:50000, sowie die Radwander- und Wanderkarte "Döberitzer Heide, Grunewald" im Maßstab 1:35000 vom Verlag Dr. Andreas Bartel. Variable Rundtouren von 2 km sind genauso möglich, wie Strecken mit unterschiedlichem Anfangs- und Endpunkt bis etwa 15 km Gesamtlänge. Mehrere überdachte Rastplätze und auch Bänke entlang der Strecke laden zum Verweilen ein. Im Oktober 2004 wurden große Teile der Döberitzer Heide von der Sielmann-Stiftung erworben. Ziel ist es, neben weiterer Munitionsberäumung, innerhalb der nächsten 10 Jahre ein wildnisähnliches Naturschutz- und Naherholungsgebiet zu schaffen, in dem auch große Weidetiere wie Przwalski-Pferde und Wisente das Terrain bereichern.





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